Einladung zur Ausstellungseröffnung im Menschenrechtszentrum Cottbus
Cottbus / Chóśebuz, 9. Dezember 2018. Am kommenden Montag ist Internationaler Tag der Menschenrechte, der passende Termin, um im Außenbereich der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus Uhr die neue Dauerausstellung "Vergangen, nicht vergessen – das Zuchthaus Cottbus im Spiegel der Zeiten" zu eröffnen. Während sich die anderen beiden Dauerausstellungen der Gedenkstätte auf politische Verhältnisse konzentrieren, befasst sich die neue Ausstellung an 16 Stationen mit Stelen, Vertiefungs- und Objektwürfeln mit der wechselvollen Geschichte des gesamten Geländes von der Erbauung der ersten Gebäude bis zur heutigen Nutzung durch das Menschenrechtszentrum Cottbus.
Die Abbildung oben zeigt das charmante Antlitz des Sozialismus: Die Wirtschaftseinfahrt ins Zuchthaus Cottbus, wo die Häftlinge fast ausnahmslos aus rein politischen Gründen einsaßen
Junge Leute nehmen die politische Verfolgung in der "DDR" zum Anlass, über Freiheit nachzudenken
Mit alten und neuen Fotos, historischen Plänen und Texten ermöglicht die neue Ausstellung den Besuchern einen Einblick in die Baugeschichte und Nutzung der Gebäude. Die Ausstellung beschreibt dabei nicht nur Geschichte, sondern gibt mit Originalzitaten besondere Erlebnisse, Gedanken und Gefühle von ehemaligen Inhaftierten aus der Zeit der Nazi-Terrorherrschaft und der SED-Diktatur wieder. "Damit soll dieser Ort durch die Stimmen der Menschen, denen aus politischen Gründen Unrecht angetan worden ist, noch lange lebendig für die Nachwelt erhalten bleiben. Denn eines Tages werden keine Zeitzeugen mehr Führungen durch die Gedenkstätte mehr machen können", sagte die geschäftsführende Vorsitzende des Vereins und Gedenkstättenleiterin Sylvia Wähling.
Die Ausstellung geht auch auf die neuere Geschichte des Geländes ein, als es Justizvollzugsanstalt des Landes Brandenburg war. Sie spiegelt mit Fotografien die Zeit der Verwahrlosung nach der Schließung des Gefängnisses wieder und geht auf einige wichtige Ereignisse seit dem Kauf des Zuchthausareals durch das Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. – sprich durch politische Gefangene des SED-Regimes – ein. Gezeigt wird auch die Entwicklung der heutigen Gedenkstätte.
An einigen Stationen der weitläufigen Ausstellung finden die Besucher Kunstwerke von Cottbuser Jugendlichen, die auf Bildungsworkshops und bei einem Schreibworkshop nach Gesprächen mit Zeitzeugen entstanden sind. Die jungen Leute haben sich mit Fragen zu Freiheit, Gefühlen, Ungewissheit, Gefangenschaft, Gesellschaft, Ausbeutung, Fremd- und Selbstbestimmung auseinandergesetzt.
Unter Anleitung des Regisseurs Erik Schiesko haben Jugendliche im Herbst 2018 ein animiertes Plakat produziert, das Teil der neuen Dauerausstellung ist. Besucher der Gedenkstätte können hier erste Einblicke in die wechselvolle Geschichte des einstigen Haftortes gewinnen, bevor sie in den verschiedenen Ausstellungsbereichen mehr über einzelne Themen und Zeitabschnitte erfahren.
Die Ausstellung wurde mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Stadt Cottbus finanziert.
Prädikat: Unbedingt hingehen!
Montag, 10. Dezember 2018, 13.30 Uhr,
Menschenrechtszentrum Cottbus, Bautzener Straße 140, 03050 Cottbus.
Nach einleitenden Worten durch die Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung, Dr. Anna Kaminsky, findet eine kostenlose Führung durch die neue Ausstellung statt. Besucher sind herzlich willkommen, bitte auf wettergerechte Kleidung achten!
Mehr:
Artikel über die Menschenrechte und das Menschenrechtszentrum Cottbus im Görlitzer Anzeiger



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- Quelle: red | Fotos: © Görlitzer Anzeiger
- Erstellt am 08.12.2018 - 23:06Uhr | Zuletzt geändert am 09.12.2018 - 00:06Uhr
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