Karierte Wolken - politische Haft im Zuchthaus Cottbus 1933 bis 1989
Cottbus / Chosebuz, 26. September 2013. "Karierte Wolken - politische Haft im Zuchthaus Cottbus 1933 - 1989“ heißt die die neue Dauerausstellung der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus. Die intensiven Vorbereitungen dafür haben fast drei Jahre gedauert. Offizielle Eröffnung ist am 10. November 2013, dem Internationalen Tag der Menschenrechte.
Alle waren gewaltfrei
Den Kern der neuen Cottbuser Dauerausstellung bilden die Menschenrechte. "Über das Schicksal von politischen sowie aus politischen Gründen kriminalisierten Häftlingen hinaus können sich die Besucher hier mit dem Streben nach Verwirklichung von Menschenrechten, deren Unterdrückung, aber auch Respektierung auseinandersetzen. Die Dauerausstellung zeigt typische Beispiele politischen Unrechts aus der Zeit der NS-Terrorherrschaft bzw. der SED-Diktatur", heißt es in einer Mitteilung des Menschenrechtszentrums Cottbus e.V.
Auf 450 Quadratmetern werden 28 Häftlingsbiografien sowie Berichte politischer Gefangener vorgestellt - ein Spiegelbild der für die jeweilige Zeit charakteristischen Themen. Der Ausstellungsbesucher erfährt Gründe für die Inhaftierung in Cottbus, die Lebensgeschichte der Gefangenen und Versuche, die Würde selbst unter unwürdigen Bedingungen zu wahren.
Außerdem sollen das Leben in der Haft und ausgewählte Rahmenbedingungen der Verfolgungs- und Repressionsmechanismen offengelegt werden. Mit zahlreichen Fotos, Dokumenten, Exponaten, Zeichnungen und Medien wird der Strafvollzug in Cottbus ab 1933 veranschaulicht. Allen dargestellten Häftlingsbiografien ist gemeinsam, dass die Betroffenen versucht hatten, ihre Ziele gewaltfrei zu erreichen.
Ehrenamtliches Engagement als Ausgangsbasis
Eine Arbeitsgruppe des Menschenrechtszentrums Cottbus hatte im Januar 2011 begonnen, auf ehrenamtlich eine inhaltliche Konzeption für die Ausstellung zu erarbeiten. Dieser Gruppe gehören ehemalige politische Gefangene, Mitglieder des Vereins und ein Projektkoordinator an. Externe Fachleute haben zu Sachthemen inhaltliche Grundlagen zugeliefert, ansonsten entstand die Ausstellung komplett in Eigenregie des Menschenrechtszentrums.
Gestaltet und und hergestellt hat die neue Dauerausstellung die Bietergemeinschaft Delafair aus Berlin, gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
Sylvia Wähling, Geschäftsführende Vorsitzende des Menschenrechtszentrums Cottbus e.V.: "Wir möchten mit dieser Ausstellung all derer gedenken und jene ehren, die für die Wahrnehmung ihrer ureigenen menschlichen Rechte wertvolle Lebenszeit hinter den Gittern dieses Zuchthauses verbringen mussten und beim Anblick des Himmels nur 'karierte Wolken' sahen, sofern die Sicht nicht durch Blechblenden verhindert war."



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- Quelle: red | Fotos: BeierMedia.de
- Erstellt am 26.09.2013 - 21:04Uhr | Zuletzt geändert am 26.09.2013 - 21:25Uhr
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