Senftenberger Bürgermeister zu möglicher Kreisgebietsreform

Senftenberg / Zły Komorow, 5. Oktober 2016. Der Vorschlag der Brandenburger Landesregierung, im Süden einen Landkreis "Lausitz" zu schaffen, hat unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Andreas Fredrich, Bürgermeister der Kreisstadt Senftenberg, sieht den Vorschlag pragmatisch: "Für den Bürger wird sich wegen der geplanten Reform nichts ändern. Wie gewohnt stehen die Städte und Gemeinden als Ansprechpartner für die wichtigsten Angelegenheiten des täglichen Lebens zur Verfügung. Das war schon immer so und daran ändert auch die geplante Reform nichts." Die Stadt- und Gemeindeverwaltungen seien für die Bürgernähe zuständig, eher selten müssten Bürgerinnen und Bürger bei Kreisverwaltungen vorsprechen - und wenn doch, so werde es auch nach der Reform gut funktionierende Standorte in Senftenberg, Forst und Herzberg geben müssen, war das der Senftenberger Stadtverwaltung zu erfahren.
Abbildung oben: Hinter dem mit Holzlamellen verblendeten Giebel befindet sich im Senftenberger Rathaus der Ratssaal.

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Bürgermeister Fredrich: "Kreisgebietsreform ist eine Chance für die Lausitz"

Zur eventuellen Einkreisung von Cottbus, also dem Verlust der Kreisfreiheit, hat Bürgermeister Fredrich eine klare Meinung: "Ich befürworte weiterhin die Kreisfreiheit von Cottbus. Die drei Landkreise Oberspreewald-Lausitz, Elbe-Elster und Spree-Neiße sind in einem Verbund wirtschaftlich alleine sehr gut aufgestellt und können dem Ziel der Landesregierung, eine Stärkung der Lausitzregion, auch zusammen mit der kreisfreien Stadt Cottbus gerecht werden." Eine Einkreisung sei daher nicht erforderlich.

Kreisstadt? Senftenberg!

Welche Stadt den Kreissitz übernehmen soll, ist für den Senftenberger Bürgermeister völlig klar: Senftenberg müsse Kreisstadt bleiben, das ergebe sich schon aus der geografische Lage, denn Senftenberg als derzeitige Kreisstadt liegt zentral im geplanten neuen Landkreis. Alle Strukturen sind hier vorhanden. Senftenberg nimmt seit Jahren erfolgreich die Umlandfunktion wahr, es gibt eine perfekte Autobahn- und Bundesstraßenanbindung. Außerdem sei Senftenberg Universitäts- und Theaterstandort, liege mitten im Seenland und sei als "staatlich anerkannter Erholungsort" bundesweit eine feste Größe. "Und selbst wenn der neue, größere Kreistag zukünftig im Wechsel an unterschiedlichen Standorten seine turnusmäßigen Sitzungen durchführen möchte, kann Senftenberg mit der Kaiserkrone einen attraktiven Saal bieten“, betonte Fredrich, dessen Verwaltung in einem zentral am Markt gelegenen Rathausneubau aus dem Jahr 1998 sitzt.

"Die Kreisgebietsreform", wertete der Bürgermeister abschließend, "ist also nicht das monströse Gebilde, das im Land ausschließlich auf Ablehnung stößt." Es komme jetzt darauf an, die ins Gespräch gebrachten Strukturen gemeinsam zu diskutieren und vorgeschlagene Ergänzungen aus den Regionen zu prüfen und wenn nötig zu ergänzen. Dies gelte besonders für die Übernahme kreislicher Aufgaben durch die Städte und Gemeinden.

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  • Quelle: red | Fotos: © Görlitzer Anzeiger
  • Erstellt am 06.10.2016 - 14:31Uhr | Zuletzt geändert am 06.10.2016 - 14:55Uhr
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