Brandenburger Kammern und Verbände fordern schnelle Verabschiedung von Kohleausstiegs- und Strukturstärkungsgesetz
Cottbus / Chóśebuz, 20. Mai 2020. Im Januar 2019 hat die Kommission für "Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung" den Abschlussbericht als Grundlage für ein Kohleausstiegs- und ein Strukturstärkungsgesetz der Bundesregierung übergeben. Im Januar 2020 wurde dem Bundestag erst nach über einem Jahr ein vom Bundeskabinett verabschiedeter Entwurf des Kohleausstiegsgesetzes vorgelegt. Seitdem stockt der Gesetzgebungsprozess erneut und die Chronologie der Verunsicherung, so die Wirtschaftsinitiative Lausitz e.V., in den Regionen geht weiter.
Wirtschaftsinitiative Lausitz e.V. fordert Gesetze und Geld
Ursprünglich sollten beide Gesetze noch vor der Sommerpause Ende Juni durch den Bundestag verabschiedet werden. Zur Anhörung des Gesetzentwurfs zum Kohleausstieg am 25. Mai im Bundestag ist für die Lausitz keine weitere Verzögerung akzeptabel, darin sind sich die Wirtschaftsinitiative Lausitz, die Handwerkskammer, die Industrie- und Handelskammer Cottbus sowie der Unternehmerverband Brandenburg-Berlin einig.
Dazu Marcus Tolle, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Cottbus: "Mit dem guten Willen und den Anstrengungen aller Verantwortlichen ist eine Verabschiedung bis zum Sommer weiterhin möglich. Gerade mit Blick auf die Glaubwürdigkeit der Bundespolitik ist dies für alle betroffenen Regionen wichtiger denn je. Die Auswirkungen der beschleunigten Beendigung der Kohleverstromung sind in der Lausitz bereits jetzt deutlich spürbar, ohne dass bisher eine wahrnehmbare Kompensation erfolgt."
"Unsere Unternehmen erwarten, dass die hart errungenen Kompromisse aus der Strukturkommission 1:1 umgesetzt werden. Das ist in den jetzt vorliegenden Gesetzen noch nicht ganz der Fall. Derzeit wird hinter den Kulissen hart gerungen. Wir setzen darauf, dass den Worten Taten folgen", lässt sich Knut Deutscher, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Cottbus, von der Wirtschaftsinitiative Lausitz zitieren. Er meint weiter: "Wir brauchen finanzielle Anreize für die gewerbliche Wirtschaft. Bestehende Unternehmen, die neue Geschäftsfelder entwickeln, müssen schnell und unbürokratisch unterstützt werden, damit sie ihre Visionen umsetzen können."
Die Grundlage für einen gelingenden Strukturwandel in der Lausitz ist nach Ansicht der Wirtschaftsinitiative Lausitz eine schnellstmögliche Verabschiedung der beiden Gesetze durch den Bundestag. Für Dr. Markus Binder, Vorsitzender der Wirtschaftsinitiative Lausitz e.V., stellt sich die Situation so dar: "Die Unternehmen und Institutionen in der Region stehen mit zahlreichen Projekten bereit, um die Zukunft der Lausitz mitzugestalten. Es wird höchste Zeit, dass hierfür endlich der gesetzliche Rahmen geschaffen wird und die finanziellen Mittel bereitgestellt werden."
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- Quelle: red | Foto: © Görlitzer Anzeiger
- Erstellt am 20.05.2020 - 07:59Uhr | Zuletzt geändert am 03.08.2021 - 10:27Uhr
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