Ludwigshafen am Rhein und die Region Rhein-Neckar
Weißwasser / Běła Woda, 14. November 2019. Wer in Weißwasser/O.L. wohnt, aber bei der BASF in Schwarzheide arbeitet und täglich mit dem Auto pendelt, der weiß, dass es ziemlich egal ist, ob er über Schwarze Pumpe, über Lauta oder über Grünewald fährt: Immer sind rund 70 Kilometer, für die man im Normalfall eine reichliche Stunde braucht. Doch was macht die Arbeit bei dem Chemiegiganten in Schwarzheide so attraktiv, dass dieser Arbeitsweg in Kauf genommen wird?
Eine Metropolregion – lebenswert und wirtschaftsstark

Die BASF Schwarzheide GmbH zählt nach Ludwigshafen am Rhein zu den größten Standorten der BASF-Gruppe in Europa. Knapp 2.000 Mitarbeiter sind hier, wo bei der digitalen Transformation innerhalb der BASF-Gruppe eine Vorreiterrolle eingenommen wird, beschäftigt. Hergestellt werden in Schwarzheide unter anderem hochbelastbare und Spezialkunststoffe, Schaumstoffe, Lacke auf Wasserbasis, Dispersionen und Pflanzenschutzmittel gegen Pilzbefall. Vorbildlich: Die BASF Schwarzheide Gmbh informiert und unterstützt, wenn sich am Standort Unternehmen ansiedeln möchten.
Ein weiterer, für Ostdeutschland wichtiger BASF-Standort befindet sich in Leuna, wo Kunststoffe und Gummi sowie Zusätze dafür entstehen. Ihre Zentrale hat die BASF (das stand für die 1865 in Mannheim gegründete Badischen Anilin- und Sodafabrik) seit 1919 in Ludwigshafen am Rhein, wo neben der BASF SE zehn Tochterunternehmen zu finden sind. Ludwigshafen am Rhein ist mit 171.000 Einwohnern die größte Stadt der Pfalz und nach Mannheim die zweitgrößte Stadt in der Metropolregion Rhein-Neckar. Die Region umfasst 146.000 Unternehmen, neben Weltkonzernen sind sind hier innovative Mittelständler zu Hause, was auch Start-ups ein hervorragendes Umfeld bietet. Der Branchen-Mix in Rhein-Neckar ist zukunftsrobust: Chemie, Anlagen- und Maschinenbau, Automotive, Informationstechnologie, Energie, Biotechnologie, Life-Sciences und Gesundheit dürften allesamt von der Digitalisierung profitieren.
Wer auf Ludwigshafen am Rhein, das in Rheinland-Pfalz liegt, blickt, muss auch die baden-württembergische Schwesterstadt Mannheim einbeziehen. Auch hier sorgt die chemische Industrie für die Ausgangsstoffe für viele nützliche Produkte, so etwa Katalysatoren auf Basis von Dibutylzinndilaurat. Schaut man sich die Unternehmen in der Rhein-Neckar-Region und ihre Erzeugnisse näher an, wird schnell deutlich, dass der Faktor Wissen entscheidend ist, um die Innovationskraft zu erhalten und auszubauen. Vor Ort spielen zwei Hochschulen eine wichtige Rolle für die Wirtschaft und das öffentliche Leben: Die Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen und die Universität Mannheim, an denen in Summe deutlich mehr als 16.000 Studenten immatrikuliert sind.
Speziell Ludwigshafen am Rhein ist bei vielen jungen Menschen und Familien recht beliebt, weil dort ein hervorragendes Ambiente vorherrscht. Gemeint ist neben den vielen Parks- und Grünanlagen und dem studentischen Leben die Atmosphäre, die vom benachbarten Frankreich kommt und in der Region Rhein-Neckar zu einem allgemein ganz entspannten Umgang miteinander beiträgt. Und wer wirklich nach Frankreich will: Per S-Bahn, ICE und TGV ist man in rund dreieinhalb Stunden per Bahn in Paris. Aber auch die deutschen Städte sind hervorragend über das Schienennetz zu erreichen. Fazit: Wer eine Wohnung in Ludwigshafen besitzt, der kann sich glücklich schätzen. In der Stadt wohnt man sehr gerne und diejenigen, die sich schon längst dort einquartiert haben, wollen Ludwigshafen am Rhein sicherlich nicht so schnell wieder verlassen.
Und die Oberlausitz?
Für die Oberlausitz steht nicht die Frage, sich zur Metropolregion zu entwickeln. Die Herausforderung der Gegenwart ist es, mit neuen Wirtschaftsstrukturen die braunkohlebasierte Wirtschaft, hier vor allem den Abbau und die Verstromung, zu ersetzen. Anstelle wild nach irgendwelchen Ideen dafür zu suchen ist es hilfreich zu schauen, wie Metropolregionen funktionieren und was davon in einer strukturschwachen Region als Kristallisationskeime übernommen werden kann. Sachsen hat den großen Vorteil, dass die Staatsregierung Bildung und Infrastruktur im ländlichen Raum erhalten oder sogar zurückholen will.Es bringt dünnbesiedelten Regionen wenig, auf Rückkehrer oder darauf, dass junge Leute nicht weggehen, zu setzen. Was in der Oberlausitz vielerorts benötigt wird, ist ein genereller Zuzug von Menschen. Schöne Landschaft ist schon da, jetzt braucht's noch produktive Unternehmen. Die bekommt man aber nicht, wenn man Arbeitsplätze subventioniert, sondern eben Produktivität. Das macht konkurrenzfähig und sorgt als Folge für Jobs.


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- Quelle: red | Foto Scheibesee: Görlitzer Anzeiger, Foto Rhein zwischen mannheim und Ludwigshafen am Rhein: Chris_Kl, Pixabay License
- Erstellt am 14.11.2019 - 11:57Uhr | Zuletzt geändert am 14.11.2019 - 14:33Uhr
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