Gute Aussichten für den Maisanbau
Weißwasser / Běła Woda, 18. Oktober 2017. Auch wer wenig von Landwirtschaft versteht, dem fallen im Sommer doch die leuchtend gelben Rapsfelder und die markanten, zur Ernte hochgewachsenen Maispflanzen auf. Weshalb diese Pflanzen auch im Landkreis Görlitz immer öfter anzutreffen sind, damit hat sich der Weißwasseraner Anzeiger am Beispiel des Mais auseinandergesetzt.
Abbildung: Die diesjährige Maisernte ist Geschichte. Wie viel zukünftiges Potenzial steckt in der Pflanze?
Weltweit steigende Produktion, Nachfrage und Preise

Mais ist, weltweit gesehen, die bedeutendste Getreideart. Der Anbau wird immer interessanter, steigt doch die Nachfrage. Dabei spielt die rasant anwachsende Weltbevölkerung allerdings kaum eine Rolle, eher die industrielle Verwertung der Pflanze zur Bioethanolerzeugung und zur Energiegewinnung (Biogas zur Erzeugung von elektrischem Strom und Wärme). Vor allem aber gewinnt ihr Einsatz als Futtermittel an Bedeutung, um die anhaltend hohe Nachfrage nach preiswertem Fleisch abdecken zu können.
Diese weltweit zu beobachtende Situation sollte im Grunde auch für Deutschland zutreffen, sind doch hier Biogasanlagen zur Produktion von Strom und Wärme wie Pilze aus dem Boden geschossen und die Nachfrage nach Fleisch bleibt ungebrochen hoch. Doch so einfach ist es nicht.
Rückgang in Deutschland aufgrund von Witterung und Maiskrankheiten
In Deutschland hatte der Mais in den vergangenen Jahren einen eher schwierigen Stand: Zur relativ kleinen Anbaufläche kamen äußere Einflüsse hinzu, die den Ertrag weiter schmälerten. In manchen Regionen war es zu kühl, in anderen zu trocken. Staunässe und teils sogar Überschwemmungen minderten die Erträge bis hin zum Totalausfall. Regional konnten als Körnermais vorgesehene Bestände nur noch als Silomais verwendet werden.Angesichts dieser Verknappung sollte man mit steigenden Preisen rechnen, doch das Gegenteil ist eingetreten; So wurden für Körnermais Ende August 2016 16,94 Euro je Dezitonne gezahlt, runde zwei Prozent weniger als noch im Vorjahr, wie in der Markt-Statistik (Download ca. 663KB) nachzulesen ist.
Nicht genug: Hinzu kommt, dass Maiskrankheiten, teils begünstigt durch die ungünstige Witterung, den Landwirten das Leben schwer machen. Schließlich ist es das besonders langanhaltende kalte und feuchte Wetter, das Pathogene wie Pilze und Bakterien begünstigt und damit letztlich zu Blattkrankheiten führen kann. Jedoch auch wärmere bis hohe Temperaturen und Trockenheit sind keine zuverlässige Versicherung gegen die Krankheitserreger, die zu hohen Ertragsschäden führen können.
Kälte- und trockentolerante Maissorten mit guter Pflanzengesundheit sichern die Ernte
Maiskrankheiten mit Fungiziden zu bekämpfen ist in vielen Teilen der Welt völlig normal, doch in Deutschland ist die "chemische Keule" auch bei fachgerechtem Einsatz in der öffentlichen Wahrnehmung unbeliebt – in vielen Fällen wohl zu Recht, denn beim Mais treten die Krankheitssymptome meist erst spät auf, was umwelt- und gesundheitsverträgliche Bekämpfungskonzepte erschwert.Landwirte weichen deshalb auf Maissorten aus, die beispielsweise auch bei Trockenstress oder Kälte sichere Erträge liefern. Eine besondere Rolle spielen längst Hybridsorten, mit denen sich Erträge sogar verdoppeln. Zudem bieten moderne Sorten mehr Flexibilität, lassen viele von ihnen doch eine Mehrfachnutzung als Körnermais, Silomais oder für die Biogaserzeugung zu.



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- Quelle: red | Foto Ernte: ulleo / U Leone, pixabay, Lizenz CC0 Public Domain, Foto Biogasanlage: © Weißwasseraner Anzeiger
- Erstellt am 18.10.2017 - 09:05Uhr | Zuletzt geändert am 07.03.2022 - 23:50Uhr
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