Neue Brücke und Straße für Neuhammer

Rietschen / Rěčicy | Neuhammer / Nowy Hamor, 6. Mai 2015. Das Ende der Brücke über den Steinbachgraben in Neuhammer hatte sich lange angekündigt - schon seit 2009 stand ein kompletter Neubau samst neuer Straßenanbindung ganz oben auf der Maßnahmenliste des Landkreises Görlitz. Heute Vormittag gab es dazu nun den ersten Spatenstich, der von lokaler Politprominenz vollzogen wurde.
Von links: Bauamtsleiter Dieter Peschel, der Rietschener Bürgermeister Ralf Brehmer, Landrat Bernd Lange, Helmut Perk vom Planungsbüro und Lothar Bienst, MdL.

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Eine gründliche Lösung, findet Fritz R. Stänker

Die alte Ziegelbogenbrücke aus dem Jahr 1900 war nicht mehr zu halten: Zu schmal, keine Gehwege, baulich schlechter Zustand. Hinzu kommen enge Kurven auf der Rothenburger Straße (Kreisstraße K8413) in der Ortsdurchfahrt zur Brücke, die insgesamt sanierungsbedürftig ist.

Im Jahr 2009 begann die Vorplanung. Nach der Untersuchung von drei Varianten wurde die jetzt gewählte mit der Gemeinde Rietschen abgestimmt. Den Ausschlag gab die Linienführung der Straßenplanung.

Auf das müssen sich die Bürger in Neuhammer einstellen:

Die Kreisstraße erhält eine neue Linienführung, wird also umverlegt und auf 247 Meter neu gebaut, mit einer Breite von sechs Metern und einem einseitigen Gehweg, der zweieinhalb Meter breit ist zuzüglicheinem halben Meter Sicherheitsstreifen.

Die neue Brücke - eine Stahlbetonbrücke, wird neben der alten, die nach Übergabe abgebrochen wird, errichtet. Damit Hochwasser besser durchkommt, beträgt die Spannweite des Neubaus achteinhalb Meter. Auf der Brücke ist die Fahrbahn dann sogar sechseinhalb Meter breit, der Gehweg insgesamt drei Meter. Zwischen den Geländern bleiben insgesamt zehneinviertel Meter "Luft".

Die nötigen Baumfällungen wurden schon Ende Januar 2015 erledigt. Sie werden durch 21 neue Straßenbäume und Strauchgruppen ersetzt.

Der Brückenneubau hat auch für die Medienversorgung Konsequenzen, so muss eine Abwasserdruckleitung umverlegt werden. Die Elektrofreileitungen kommen in den Erdboden, weshalb die Anlieger vom Netzbetreiber ENSO einen neuen Anschluss erhalten. Die Telefonleitungen werden aus dem zukünftigen Bereich der Straße in den Gehwegbereich verlegt, dabei kommen auch Leerrohre für ein mögliches Breitbandkabel unter den Gehweg.

Damit ausreichend Platz für den neuen Gehweg wird, muss ein leerstehendes Wohn- und Wirtschaftsgebäude abgerissen werden. Auf dieser Fläche soll auch die Bushaltestelle neu entstehen.

Wird jetzt voll gesperrt?

Nein, während der Bauzeit der Brücke wird der Verkehr über die alte Brücke und eine neue Umleitungsspur geführt. Dazu wird eine Verkehrsampel installiert. In den Herbstferien 2015 soll dann der neue Straßenabschnitt beidseitig an den Brückenneubau angeschlossen werden. Das geht nur unter Vollsperrung.

Ist das bezahlbar?

Die Gesamtkosten des Bauvorhabens liegen bei 950.000 Euro. Fördermittel gibt es für die Brückenbaukosten (85 Prozent) und den Straßenbau (75 Pozent): Summa summarum sind das 660.000 Euro an zuschüssen.

Wird das irgendwann mal fertig?


Aller Bauarbeiten sollen im Dezember 2015 beendet sein.

Wer hat den Hut auf?

Die Oberbauleitung hat das Amt für Hoch -und Tiefbau des Landkreises Görlitz. Mit der Planung und der örtlichen Bauleitung wurde das Planungsbüro Grontmij GmbH aus Rietschen beauftragt.

Wo bleibt das Geld?

Großenteils in der Region. Neben dem örtlichen Planungsbüro kommt auch die Straßen- und Tiefbau GmbH See, ein Unternehmen der Riedel Group GmbH & Co. KG, zum Zuge. Nachauftragnehmer für den Brückenbau ist die Bauunternehmen Gert Müller GmbH aus Cottbus / Chosebuz.


Kommentar:

Klar geht's auch billiger. Straße so lassen, die alte Brücke durch ein schmaleres Bauwerk ersetzen.

Zum Glück aber sind wir in Sachsen, wo man einen Nerv für Infrastruktur hat und dafür, Folgekosten tunlichst zu vermeiden.

Deshalb wird bei solchen Investitionen nicht gekleckert, sonder geklotzt.

Gut so, meint

Ihr Fritz R. Stänker


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  • Quelle: red | Kommentar: Fritz Rudolph Stänker | Foto: © Landratsamt Görlitz
  • Erstellt am 06.05.2015 - 16:57Uhr | Zuletzt geändert am 06.05.2015 - 17:41Uhr
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