Wie läuft ein Einbruch ab?

Weißwasser / Běła Woda, 11. Juni 2018. Erinnern Sie sich? Im März waren Einbrecher in eine Wohnung in Weißwasser eingedrungen und stahlen unter anderem eine Münzsammlung und Bargeld. Der Weißwasseraner Anzeiger hat sich vor diesem Hintergrund damit beschäftigt, wie eigentlich ein typischer Einbruch abläuft und ob ein Tresor einen guten Schutz darstellt.

Abbildung: Weshalb ein Tresor mit Schlüssel statt elektronischem Schloss vorteilhaft sein kann, erläutert dieser Beitrag

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Schutz für Bargeld, Wertgegenstände und Schlüssel

Angesichts der Meldungen, in denen von Wohnungseinbrüchen berichtet wird, beschäftigen sich viele Menschen mit der Frage, wie sie ihr Hab und Gut sichern können und ob sie einen Tresor anschaffen sollen.

Unabhängig davon, auf welchem Wege ein Einbrecher in eine Wohnung oder in ein Haus eindringt, gewöhnlich sind seine ersten Ziele ein eventuell vorhandenes Büro, das Wohnzimmer und das Schlafzimmer. Es sind diese Räume, wo in aller Regel auch der größte Schaden entsteht. Hat der Täter das Objekt zuvor ausgekundschaftet, wird er in aller Ruhe alle Räume und Möbel systematisch durchsuchen, weil er nicht damit rechnet, gestört zu werden. Wertsachen lediglich zu verstecken, wäre also ein schlechter Rat. Unter der Matratze, im Wäschefach – selbst der dümmste Einbrecher schaut hier nach. Auch andere "Geheimverstecke" hinter losen Verschalungen oder in Hohlräumen werden fast immer entdeckt. Unvorsichtig ist auch, wer zum Beispiel den Garagen- und den Autoschlüssel leicht auffindbar zurücklässt.

Der Tresor – ein sicherer Ort?

Ein Tresor – auch als Wertfach oder Panzerschrank – macht Dieben das Leben deutlich schwerer und steigert die Wahrscheinlichkeit, dass diese erfolglos wieder abziehen.

Diskutiert wird die Frage, ob der Tresor versteckt untergebracht oder deutlich sichtbar aufgestellt werden sollte. Für den "unsichtbaren" Tresor spricht, dass dieser nur Eingeweihten bekannt ist und Einbrecher nicht angelockt werden. Ein deutlich sichtbar aufgestellter Tresor hingegen kann ebenfalls Vorteile haben. Zunächst kann man ihn so aufstellen, dass er bequem und schnell erreichbar ist, also beispielsweise im Büro oder im Wohnbereich. Wenn ein Einbrecher als erstes einen Tresor sieht, vermutet er natürlich lukrative Beute wie Wertgegenstände und Geld darin. Kann der Einbrecher den Tresor nicht mitnehmen, weil dieser zu schwer oder fest verankert ist, wird er versuchen, ihn zu öffnen.

Die Suche nach dem Tresorschlüssel lenkt ab

Psychologisch bringt ein Tresor mit einem Schlüsselschloss den Vorteil mit sich, dass der Einbrecher beginnt, nach dem Schlüssel zu suchen. Allerdings sind dann oft im ganzen Haus oder in der Wohnung die Möbel beschädigt, schon, weil sein Frust mit der erfolglosen Suche und mit jedem gefundenen, aber nicht passenden Schlüssel wächst, jedoch verliert er Zeit. Findet er keinen Schlüssel, wird der Tresor vom Einbrecher untersucht, indem er die Tresortüren und -wände abklopft. Ein hohler Ton könnte auf eine Angriffsstelle hinweisen. Je nach Bauart und Sicherheitsstufe könnte der Täter, wenn der Einbruchsort das zulässt und Werkzeug zur Hand ist, bohren, schleifen oder einen Schneidbrenner einsetzen.

Je länger dem Einbrecher der Erfolg am Tresor verwehrt bleibt, um so höher wird meist der Zeitdruck für ihn. Im glücklichsten Fall wird er vom Tresor so sehr abgelenkt, dass er ohne weiteren Schaden zu machen wieder abzieht. In der Praxis jedoch verursachen Einbrecher meist absichtlich Schäden, wenn sie das ganze Haus oder die Wohnung durchsuchen, wie bei der erwähnten Schlüsselsuche oder der Suche nach Wertgegenständen und Geld. Je länger die Suche dauert, desto mehr steigern sich Ärger und Aggressivität des Einbrechers. Er lebt quasi seinen Zeitdruck aus und macht zusätzlichen Schaden.

Tipps

Tresore und Wertfächer werden für unterschiedliche Zwecke genutzt: Mancher hinterlegt hier am sicheren Ort Dokumente wie Ausweise, die Geburtsurkunde, das Testament oder unwiederbringliche Familienfotos, andere hingegen teuren Schmuck und die Bargeldreserve. Wer sich einen Tresor für Wertgegenstände anschaffen will, sollte vorab mit seiner Versicherung sprechen, da Versicherungen gewöhnlich Anforderungen an die Sicherheitsstufe, die Feuerschutzstufe und die Brandschutzklasse stellen.

Die Überlegung, eine gute Versicherung abzuschließen und den Tresor so gut wie möglich in das Blickfeld zu stellen oder leicht auffindbar zu machen, sollte nicht vom Tisch gewischt werden: Wenn der Einbrecher von Anfang an weiß, dass sich die Wertsachen wohl im Tresor befinden, kann ihn das mit etwas Glück von anderen Aktivitäten abhalten. Die Tatsache, dass man heute online ein Wertfach kaufen kann, macht die Anschaffung eines Tresors für viele Menschen sehr einfach.

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  • Erstellt am 14.06.2018 - 10:58Uhr | Zuletzt geändert am 14.06.2018 - 12:38Uhr
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