So teuer sind Mautverstöße

Weißwasser / Běła Woda, 17. Juli 2015. Während Deutschland um die Pkw-Maut auf inländischen Autobahnen ringt, ist sie in den meisten europäischen Ländern längst Pflicht. Gerade mit dem Beginn der Urlaubszeit sollten sich Autofahrer, die ins europäische Ausland wollen, genauer mit Straßengebühren und Vignetten in Europa befassen. Ähnlich wie in Deutschland erhöhen auch zahlreiche EU-Länder Gebühren jährlich oder alle paar Jahre, dann aber in der Regel vor der Urlaubssaison. Darunter fallen nicht nur die Mautgebühren, sondern auch Strafen und Bußgelder für Mautsünder. Die können zum Teil außergewöhnlich hoch sein und tiefe Budget-Löcher in die Urlaubs- und Reisekasse reißen. Teilweise kann es Ihnen sogar passieren, dass selbst eine gültige Vignette nicht vor einem Bußgeld schützt. Eine gute Informationsquelle für die teils komplizierten Mautregeln ist beispielsweise der ADAC.

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Unterschiedliche Maut- und Vignetten-Systeme in Europa

Die Mautpflicht in den meisten europäischen Ländern ist für erfahrene deutsche Autofahrer keine Überraschung mehr. So möchte man zumindest meinen, doch in der Realität geraten selbst Vielfahrer, die häufig im Ausland unterwegs sind, immer wieder in Bußgeldfallen aufgrund mangelnder Vignetten, Unkenntnis der Situation oder eines schwerwiegenden Fehlers.

Jedoch müssen Sie bei Straßengebühren und Maut zunächst zwischen einer grundsätzlichen und einer partiellen Straßenbenutzungsgebühr unterscheiden. In den folgenden Ländern wird automatisch mit dem Einfahren in das Land bzw. mit der Benutzung von Autobahnen und teilweise Schnellstraßen (bei uns Bundesstraßen) eine pauschale Maut erhoben:

    • Bulgarien: 5,00 EUR sieben Tage, 13,00 EUR pro Monat, 34,00 EUR pro Jahr, Bußgelder 150 EUR
    • Österreich: 8,70 EUR zehn Tage, 25,30 EUR zwei Monate, 84,40 EUR pro Jahr, Ersatzmaut 120 EUR oder/und Bußgeld ab 300 EUR
    • Rumänien: 3,00 EUR sieben Tage, 7,00 EUR ein Monat, 13,00 EUR drei Monate, 28,00 EUR ein Jahr, 80 EUR Bußgeld
    • Slowakei: 10,00 EUR zehn Tage, 14,00 EUR ein Monat, 50,00 EUR ein Jahr, Bußgelder ab 80 EUR
    • Slowenien: 15,00 EUR sieben Tage, 30,00 EUR ein Monat, 110,00 EUR ein Jahr, Bußgelder 300 bis 800 EUR
    • Tschechien: 12,00 EUR zehn Tage, 16,50 EUR ein Monat, 56,50 EUR ein Jahr, Bußgelder ab 185 EUR
    • Ungarn: 9,50 EUR zehn Tage, 15,20 EUR ein Monat, 137 EUR ein Jahr, Ersatzmaut ab 50 EUR
    • Schweiz: 40 EUR ein Jahr, Bußgeld 190 EUR plus 40 EUR Jahresvignette

    Vorsicht, hier können Bußgeldfallen lauern!

    In Slowenien sollten Sie dabei keinesfalls versuchen, mautpflichtige Autobahnen zu umfahren. Denn explizit entlang der Urlaubertransferrouten können auch Schnellstraßen mautpflichtig sein, ohne dass diese als solche zu erkennen ist. Viele Urlauber kleben die Vignetten auch nicht immer vollständig an die Windschutzscheibe, da die Plaketten ansonsten nur schwer zu lösen sind. In Österreich kommt eine nicht vollständig abgezogene Trägerfolie auf dem "Pickerl", wie dort die Vignette auch genannt wird, teuer zu stehen.

    Es wird wie Fahren ohne Maut gewertet. Das Problem dahinter: Kameras an den Autobahnen können so angeklebte Plaketten nicht korrekt auslesen. Außerdem müssen Sie in diesen Ländern an besonders aufwendigen Strecken noch mit Zusatzgebühren für besondere Autobahnen oder Tunnel rechnen. Von Österreich nach Slowenien wäre das beispielsweise der Karawankentunnel, nach Italien die Tauernautobahn (Brenner).

    Streckenbezogene Straßengebühren

    Eine rein streckenbezogene Maut oder Straßengebühr kann innerhalb der EU in England, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Polen, Portugal, Spanien fällig werden. Im restlichen Europa in Bosnien, Mazedonien, Norwegen, Serbien, der Türkei und Weißrussland. In vielen Ländern kann es Ihnen passieren, dass das Fahrzeug als Sicherheitsleistung beschlagnahmt wird, wenn Sie das Bußgeld nicht bezahlen können. Auch für den Fall eines Einspruchs verlangen die meisten Länder eine Sicherheitsleistung.

    Auch am Urlaubsziel kann es nochmals kosten

    Während bei den bislang erwähnten Straßengebühren vielen Urlaubern und Reisenden lediglich nicht die Änderungen und Erhöhungen bekannt waren, gibt es Straßengebühren, die einige Autofahrer überhaupt nicht kennen. Darunter fällt die sogenannte City-Maut, die von einigen europäischen Metropolen erhoben wird. Unter anderem in London, Mailand, Oslo, Rom und Stockholm ist beim Einfahren mit dem Fahrzeug eine City-Maut zu bezahlen. In Stockholm werden abgasfreundliche Fahrzeuge davon ausgenommen.

    Vielleicht nur ein kleiner Trost: auch ausländische Autofahrer benötigen in Deutschland Feinstaubplaketten. Alle weiteren Bußgelder können Sie Bußgeldkatalogen der jeweiligen Länder entnehmen. Automobil-Clubs helfen hier weiter.

    Quelle: Pkwteile.de | Infografik: ADAC

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    • Quelle: Textquelle: Pkwteile.de | Infografik: ADAC | Foto Mautstation: tomwieden, pixabay, Lizenz CC0 Public Domain
    • Erstellt am 17.07.2015 - 15:36Uhr | Zuletzt geändert am 17.07.2015 - 16:17Uhr
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